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Die Schweizer Telefonvorwahlen erklärt

Vorwahlen nach Region, Handy-Vorwahlen, Gratis- und Mehrwertnummern. Und warum eine 079 seit der Rufnummernportierung nicht mehr Swisscom bedeutet.

Veröffentlicht am 04.11.2026

Eine Schweizer Nummer beginnt mit einer Vorwahl, die früher eines von zwei Dingen verriet: wo sich der Anschluss befand oder welcher Anbieter ihn lieferte. Die Rufnummernportierung hat diese beiden Informationen weitgehend hinfällig gemacht. Hier steht, was die Vorwahlen noch bedeuten, und was nicht mehr.

Regionale Vorwahlen: ein geografisches Erbe

Die dreistelligen Vorwahlen entsprechen Zonen, die ursprünglich für das Festnetz vergeben wurden. Sie sind weiterhin sichtbar, garantieren aber keinen Standort mehr, seit die Nummern ihren Inhabern folgen.

Westschweiz

VorwahlRegion
021Lausanne und Kanton Waadt
022Genf und ein Teil des Kantons Waadt
024Nordwaadt, Chablais, Yverdon, Aigle
026Freiburg
027Wallis
032Neuenburg, Jura, Biel, Solothurn

Deutschschweiz und italienische Schweiz

VorwahlRegion
031Bern
033Berner Oberland, Thun, Interlaken
034Emmental, Burgdorf
041Luzern, Zug, Zentralschweiz
043 und 044Zürich und Agglomeration
052Winterthur, Schaffhausen
055Rapperswil, Glarus
056Baden, Aargau
061Basel
062Aarau, Olten
071St. Gallen, Thurgau, Appenzell
081Graubünden, Chur
091Tessin

Zwei Vorwahlen sind nicht geografisch: 058, an Unternehmen vergeben für eine einheitliche, landesweit gültige Nummer, und 051, historisch mit den Bundesbahnen verbunden.

Handy-Vorwahlen: Sie verraten den Anbieter nicht mehr

Schweizer Handynummern beginnen mit 075, 076, 077, 078 oder 079.

Diese Serien wurden ursprünglich pro Anbieter vergeben, und viele orientieren sich noch daran — eine 079 « ist Swisscom », eine 076 « ist Sunrise ». Diese Abkürzung ist nicht mehr verlässlich. Seit man dank Rufnummernportierung seine Nummer beim Anbieterwechsel behalten kann, findet sich dieselbe Vorwahl bei allen Anbietern des Marktes, Low-Cost-Marken inklusive.

Die praktische Folge ist real: Aus der Vorwahl des Angerufenen lassen sich die Kosten eines Anrufs nicht ableiten. Bei Abos, die noch Anrufe « ins gleiche Netz » unterscheiden — das ist selten, kommt aber vor —, hilft Ihnen die Vorwahl nicht weiter. Es zählt nur der tatsächliche Anbieter, und der ist von aussen unsichtbar.

Gratisnummern, Nummern mit geteilten Kosten und Mehrwertnummern

Das ist die Familie, die man erkennen sollte, weil sie die Rechnung direkt betrifft.

0800 — gratis vom Festnetz aus. Vom Handy aus hängt die Gratisnutzung vom Anbieter und vom Abo ab: Sie ist nicht selbstverständlich.

084x — geteilte Kosten. Die Kosten werden zwischen Anrufer und Angerufenem aufgeteilt. Diese Nummern werden häufig von Kundendiensten und Verwaltungen verwendet. Sie sind fast nie in den Minuten eines Abos enthalten, auch nicht bei « unbegrenzt ».

0900 — Mehrwertdienste mit frei festgelegten Gebühren. Professionelle Beratung, kostenpflichtiger Support, kommerzielle Dienste. Die Kosten pro Minute oder pro Anruf müssen vor dem Verbindungsaufbau angesagt werden.

0901 — Umfragen, Spiele, Wettbewerbe.

0906 — Erwachsenenunterhaltung.

Das Wichtigste zum Merken: Ein Abo, das unbegrenzte Anrufe in der Schweiz verspricht, enthält nie 0900, 0901, 0906 und oft auch nicht 084x. Das ist die erste Zeile, die Sie auf einer Rechnung prüfen sollten, die höher ausfällt als erwartet.

Die Schweiz aus dem Ausland anrufen

Die Landesvorwahl ist +41. Man wählt +41, dann die Nummer ohne die erste Null.

Eine Nummer, die als 079 123 45 67 geschrieben ist, wählt man aus dem Ausland also als +41 79 123 45 67. Gleiche Regel für das Festnetz: 021 123 45 67 wird zu +41 21 123 45 67.

Alle Kontakte im internationalen Format mit +41 zu speichern, erspart es, sie bei einem Auslandaufenthalt einzeln korrigieren zu müssen. Das empfehlen auch die Messenger, die das Adressbuch synchronisieren.

Unerwünschte Anrufe erkennen

Telefonwerbung nutzt massenhaft scheinbar gewöhnliche Festnetznummern, oft mit einer plausiblen regionalen Vorwahl. Das Fälschen der Anzeige ist verbreitet: Die angezeigte Nummer ist nicht immer jene, die anruft.

Zwei einfache Anhaltspunkte. Eine unbekannte Nummer mit der Vorwahl einer Region, zu der Sie keinerlei Bezug haben, verdient Vorsicht. Und einen verpassten Anruf von einer unbekannten internationalen Nummer ruft man nicht zurück — das ist das klassische Muster des teuren Rückrufs.


Häufige Fragen

Ist eine 079 zwingend ein Swisscom Abo? Nein. Seit der Rufnummernportierung finden sich alle Handy-Vorwahlen bei allen Anbietern. Die Vorwahl zeigt nur, wo die Nummer ursprünglich geschaffen wurde.

Sind 0800-Nummern vom Handy aus gratis? Nicht immer. Gratis ist garantiert vom Festnetz aus; vom Handy aus hängt es vom Anbieter und vom Abo ab. Prüfen Sie die Bedingungen Ihres Abos.

Wie erfahre ich, bei welchem Anbieter eine Nummer ist? Es gibt in der Schweiz kein öffentliches Portierungsverzeichnis. Die Information ist nur den Anbietern selbst zugänglich, für die Weiterleitung der Anrufe.